Samstag bin vormittags in den Kraichgau aufgebrochen. Nach dem Einchecken in der Pension in Lauf weite des Ziels bin ich noch kurz Rad gefahren und gelaufen, um eine kurze Vorbelastung in den Beinen zu haben. Danach ging es zur Pasta-Party, wo ich den Rest des Ute-Mückel Triathlon Teams getroffen habe. Nach ausgiebigem Pasta-Essen (Lieblingspasta: Nudeln mit Paprika und gebratener Pute) bin ich zurück in die Pension und habe noch etwas ferngesehen bevor ich Schlafen gegangen bin. Sonntag bin ich nach kurzem Frühstück und auschecken, dann zum See nach Ubstadt gefahren. Das Einrichten der Wechselzone ist schon wieder Routine und ging sehr schnell. Etwas ungewöhnlich fand ich, dass man die Wechselbeutel für Radfahren und Laufen in der T1 ablegen sollte und diese dann von dort in die T2 gebracht werden sollten. Ich hatte zur Sicherheit nachgefragt, ob das so in Ordnung ist und mir wurde diese Vorgehensweise bestätigt. Also gut. Den Beutel für die Kleidung nach dem Rennen und dem was ich bis zum Start noch anlassen wollte musste ich leider auch schon eine Stunde vor dem Startschuss abgeben, so dass ich dann erst einmal barfuß mit meinem Neo in der Hand da stand. Zum Glück war es nicht allzu kalt… Pünktlich um 9:37 erfolgte der Startschuss. Die ersten 300m waren diesmal eine Massenschlägerei im Wasser, Triathlon ist eben Kontaktsport

Danach hatte ich meist eine Lücke und konnte einen guten Rhythmus finden. Als ich beim Landgang nach 1000m auf die Uhr geschaut habe, traute ich meinen Augen kaum: ich hatte gerade einmal 16:30 benötigt. Für die zweite Runde habe ich dann 90sec länger gebraucht und bin nach 34:28min aus dem Wasser gekommen. Besser konnte der Auftakt nicht klappen, mein Ziel wären 37min gewesen. In der Wechselzone dann erst einmal ein Schock: unter meinem Radbeutel lag immer noch mein Wechselbeutel mit meinem Laufschuhen, alle anderen Laufbeutel waren schon abtransportiert worden. Ich habe mir den Beutel auch noch geschnappt und ihn einer Helferin in die Hand gedrückt, mit der Bitte dafür zu sorgen, dass er noch in die zweite Wechselzone transportiert werden soll. Mit gemischten Gefühlen bin ich zu meinem Rad gerannt und habe die Wechselzone verlassen. Die Radstrecke im Kraichgau ist insgesamt sehr bergig. Die ersten 10km sind allerdings komplett flach. Ich bin mit moderatem Druck auf die Radstrecke gegangen, hatte aber ein gutes Tempo angeschlagen. Nach den ersten 2km bin ich von einem Lutscherpulk überholt worden, der sich allerdings nicht absetzen konnte. Somit war ich mitten unter lauter Radfahrern, für die das Wort Windschattenverbot ein Fremdwort ist. Da ich zwar überholt wurde, der Pulk aber nicht schneller war als ich zuvor schon, habe ich ein paar mal meinen Druck zu erhöht, um der Gruppe zu entfliehen. Allerdings waren ein paar stärkere Radfahrer in der Gruppe, die mich immer wieer überholt haben und den ganzen Troß mit gezogen haben. Irgendwann habe ich dann entnervt aufgegeben und habe kurz Rollen lassen, damit die RTF alleine weiter fahren kann. Das ist nicht mein Verständnis von Triathlon, lieber brauche ich eine Minute länger für die Radstrecke und fahr sauber, als mit einer Gruppe von “Schummlern” mitzufahren. Außerdem sollten irgendwann ohnehin die Berge anfangen und da konnte ich meine Energie noch gut gebrauchen. Die Berge empfand ich schon als sehr hart, aber man konnte sich auf den Abfahrten immer wieder gut erholen. Trotzdem liegt mir die Strecke nicht so richtig, für Wiesbaden muss ich wohl noch ein paar Berge fahren. 1:53h habe ich für die 62km benötigt (32,7km/h), na ja etwas schneller wäre ich gerne gewesen, aber ist nicht meine Strecke. Zufrieden war ich trotzdem mit dem Ergebnis. Riesen Freude dann in der zweiten Wechselzone: Mein Beutel mit den Laufschuhen ist da und wird mir von einer der vielen netten Helfern gebracht. Also schnell Schuhe an und ab auf die Laufstrecke. Dort habe ich wie so oft den gleichen Fehler gemacht und bin viel zu schnell angelaufen. Ziel war es einen Schnitt von 4:30min/km zu laufen. Angelaufen bin ich mit 4:10min/km - sehr schlau… Gegen Ende der ersten Runde habe ich gemerkt, dass das zu schnell war und bin langsamer geworden. Gegen Ende habe ich zwar dann noch einmal die Zähne zusammengebissen und habe beschleunigt, aber am Ergebnis hat das nicht mehr viel geändert: Nach 1:06:57h bin ich durch das Ziel gelaufen und habe damit knapp 4min länger gebraucht als ich mir erhofft hatte. Gesamtzeit waren 3:39:11h, eine Zeit mit der ich sehr zufrieden bin. Im Ziel sind dann nach und nach noch die anderen Teammitglieder eingetrudelt. Nach einiger Erholungszeit haben wir noch ein paar Bilder für die
Homepage geschossen. Aus dem Plan uns noch auf der Finish-Line-Party auf einen Kaffee zu treffen wurde leider nichts, da uns ein Gewitterschauer überraschte. So bin ich dann direkt weiter nach Frankfurt gefahren, wo ich noch kurz am Main die Sonne genossen habe bevor ich müde ins Bett gefallen bin.