Jetzt ist genau eine Woche seit meinem Start beim Ironman 70.3 in Wiesbaden. Mein Ziel, das ich mir gesetzt hatte, war unter 5:30h zu bleiben. Um es kurz zu machen: Das Ziel habe ich um genau eine Minute verpasst. Letzten Sonntag um 14:01 kam mir das noch einem Weltuntergang gleich. Inzwischen sehe ich das anders… Vorbereitung Nach meinem DNF in Roth konnte ich gleich wieder in das Training einsteigen. Die meiste Zeit konnte ich zwar gut trainieren, hatte aber gleichzeitig sehr viel Stress in der Arbeit. Das Training hat mich sehr viel Kraft gekostet. Mich gut regenerieren konnte ich jedenfalls nicht. In der letzten Woche vor dem Ironman habe es nur einmal geschafft Laufen zu gehen. Völlig übermüdet am Morgen. Trotzdem bin ich am Freitag mit einem guten Gefühl nach Wiesbaden angereist. Wobei die Anreise mehr ein anrasen war. Um kurz vor 18:00Uhr bin ich in Frankfurt losgefahren mit dem Ziel um 19:00Uhr im Hotel eingecheckt, meine Startunterlagen abgeholt zu haben und vor dem Eingang der Rhein-Main-Hallen zu stehen. Mit 20min Verspätung, ohne Startunterlagen dafür mit einem Einlassbändchen zur Pasta-Party habe ich es dann wirklich geschafft und das Wochenende konnte beginnen… Raceday Das Schwimmen verlief, dank der Wellenstarts, recht angenehm. Mit etwa 280 anderen bin ich um 8:30Uhr los geschwommen. Die Strecke war denkbar einfach 900m in die eine Richtung schwimmen und nach der Wende 1000m bis zum Ausstieg zurück. Ich hatte zwar einen guten Rhythmus, aber leider keinen Schwimmschatten gefunden. Nach 36:50min kam ich aus dem Wasser, knapp 2min später als geplant. Dafür lief der erste Wechsel um so besser, nach 2:46min war ich schon auf dem Fahrrad. Den schwierigen Radkurs hatte ich ja eine Woche vorher schon einmal abgefahren und wusste, was auf mich zukommt. Die Anstiege konnte ich mit gut Power hochfahren und die Abfahrten konnte ich sehr schnell fahren, da ich wusste, wo ich aufpassen musste. Leider hat es dann auf der zweiten Hälfte etwas genieselt, so dass ich etwas vorsichtiger fahren musste. Die Geschwindigkeit auf diesem Kurs ist zwischen 9 und 79km/h geschwankt. Den zweiten Teilabschnitt konnte ich 8min schneller hinter mich bringen und war nach 3:01:40h im Ziel. Nach einem extrem schnellen 2. Wechsel in 50sec bin ich zur letzten Aufgabe des Tages geschritten. Ich war eigentlich sehr zuversichtlich, da ich gut 7min “Vorsprung” hatte. Mein Ziel war es nach 1:40h den Halbmarathon geschafft zu haben. Für die 5:30h hatte ich noch 1:47h Zeit. Leider hat sich sofort nach dem ersten Kilometer mein Rücken gemeldet. Die Rückenmuskulatur hatte sich durch die steilen Anstiege der Radstrecke verkrampft. Normalerweise gibt sich das bei mir nach ein paar Metern laufen wieder, diesmal jedoch nicht. Die Schmerzen waren so stark, dass mir auch noch der rechte Fuss eingeschlafen war. Ein schnelles Laufen war undenkbar. Erst nach 2 kurzen Pausen zum Dehnen und einem 2minütigen Besuchs der Dixie Toilette waren die Schmerzen nach 13km weg. Zu dem Zeitpunkt hatte ich in der ersten Runde 1:20min und in der 2. Runde noch einmal 4:20 verloren. Ich hatte dann angefangen mein Tempo wieder zu erhöhen, aber die Kraft war einfach nicht mehr da. Sowohl physisch als auch mental war ich nicht mehr bereit mich noch mehr zu quälen. So bin ich dann nach 1:48:53h durch das Ziel gelaufen. Auf der einen Seite war ich froh, trotz der widrigen Umstände, angekommen zu sein und mich so antreiben zu können. Aber auf der anderen Seite war ich extrem enttäuscht wieder mal ein Ziel verfehlt zu haben. Nachdem ich geduscht hatte, Ute mir gratuliert hatte und mich etwas getröstet hatte, ging es mir wieder etwas besser. Ich habe mir dann noch die Siegerehrung und den Anfang der Vergabe der Slots für die Weltmeisterschaften im Herbst in Florida angesehen, bevor ich wieder zurück nach Frankfurt gefahren bin. Mit einer Woche Abstand bin ich eigentlich ganz zufrieden mit meiner Leistung. Mein Ziel 5:30h war immer ein Ziel unter optimalen Voraussetzungen. Eine Minute hin oder her ist bei 331min Renndauer vernachlässigbar. Jetzt verabschiede ich mich erst einmal aus dem Triathlonzirkus für dieses Jahr. Im Herbst stehen jetzt noch ein paar Straßenläufe und evtl. der Frankfurt Marathon an, bevor es in die Saisonpause geht.
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